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Dr. Wolfgang Michalke-Leicht | Religionspädagoge

Das Labyrinth

 

Das hier abgebildete Labyrinth wurde von Dr. Anne Thurn aus Nürnberg gestiftet und kurz vor Ende der Jahrtausendwende errichtet. Es befindet sich in Plech / Fränkische Schweiz auf dem sogenannten “Gottvaterberg” auf einer natürlich vorhandenen und von alten Bäumen umstandenen Hangterrasse.

 

Das Gelände wurde für den Bau nicht verändert - es mußten auch keine Bäume gefällt werden. Der Eingang in das Labyrinth befindet sich an seiner Westseite, d.h. man blickt gegen Osten, wenn man in das Labyrinth eintritt und man verläßt es Richtung Westen blickend wieder.

 

Das Labyrinth gehört zu den ältesten symbolischen Zeichen der Menschheit. Seit Jahrtausenden wird es in Felsen oder Ton geritzt, auf Keramiken gemalt - oder mit Steinen am Boden ausgelegt. In bestimmten Kulturen war das Labyrinth jahrhundertelang in Gebrauch.

 

Das Labyrinth ist ein Spiegel, ein Bild, ein Symbol für den schwierigen und verschlungenen Lebensweg des Menschen. Es spricht von Wahrheiten des Lebens, von den Schwierigkeiten und den Kämpfen, aber auch vom Ankommen, von der Mitte und von der neuen Freiheit, wenn man aus dem Labyrinth wieder heraus ist.

 

Das Labyrinth entstand im Mittelmeerraum. Das älteste Labyrinth fand man bei Ausgrabungen in Pylos in Griechenland. Beim Brand in einem Palast waren dort vor 3200 Jahren Tontäfelchen gehärtet worden. Auf einer dieser Tafeln war ein Labyrinth eingeritzt.

 

Das ursprüngliche Labyrinth hat im wesentlichen immer die gleiche Form: von einem Kreuz ausgehend werden anfangs sieben, später mehrere Kreise gezogen, die einen verschlungenen weg bilden. Dieser Wg hat keine Abzweigungen und bildet keine Sackgassen oder Irrwege. Er führt hin und her biegt immer wieder nach Innen und Außen ab und gelangt schließlich zur Mitte. Dort ist der Ort der Umkehr. Es führt der gleiche Weg wieder nach Außen zurück.

 

Das Labyrinth in Plech befindet sich auf dem sogenannten “Gottvaterberg” auf einer natürlich vorhandenen und von alten Bäumen umstandenen Hangterrasse. Es wurde kurz vor der Jahrtausendwende im Jahre 1999 errichtet. Das Gelände wurde hierfür nicht verändert - es mußten auch keine Bäume gefällt werden. Der Eingang in das Labyrinth befindet sich an seiner Westseite, d.h. man blickt gegen Osten, wenn man in das Labyrinth eintritt und man verläßt es Richtung Westen blickend wieder.

 

Das Labyrinth wurde konzipiert von Martin Gebhardt, Architekt in Weiden, der auch diesen Text verfasst hat.

 

Lektüre-Tipp

Helge Burggrabe, Tilman Evers, Stefanie Spessart-Evers, Heike Radeck, Ingrid Riedel: Chartres - Lauschen mit der Seele. Eine spirituelle Entdeckungsreise. Kösel Verlag München 2011.

 

Web-Link

Labyrinthe in Deutschland