Religion lehren & lernen

Dr. Wolfgang Michalke-Leicht | Religionspädagoge

Kompetenzorientierung

 

Septem artes liberales - Freiburger Münster

„Kompetenzen sind „die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können.“

 

Weinert 2001, 27, zitiert nach Klieme 2003, 15

 

Turmvorhalle im Freiburger Münster: Septem artes liberales

 

Im Jahr 2004 wurde in Baden-Württemberg bundesweit erstmalig ein Bildungsplan auf der Basis von Bildungsstandards eingeführt. Andere Bundesländer ziehen inzwischen nach. Seit dem ist das pädagogische und didaktische Bemühen durch das Konzept der Kompetenzorientierung bestimmt. Will sagen: nicht mehr die Vermittlung von Wissen steht im Fokus der Aufmerksamkeit, sondern die Entwicklung und Förderung der Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler nach einem Bildungsabschnitt erworben haben (sollen).

 

Die vorrangige Orientierung an den Kompetenzen bedeutet dabei nicht – wie oft behauptete wird – eine Vernachlässigung der Inhalte. Vielmehr geht es um eine Revision und Weiterentwicklung der Unterrichtskultur: Kompetenzorientierung meint Unterrichtsentwicklung und letztlich Schulentwicklung. In dem Maße Unterricht und Schule sich öffnen, werden Schülerinnen und Schüler in eine Lernkultur hinein gestellt, die es Ihnen ermöglicht, Kompetenzen zu erwerben und zu vertiefen.

 

Eine Antwort auf die aktuelle Kritik von Hubertus Halbfas

Mit seiner Monografie „Religionsunterricht nach dem Glaubensverlust. Eine Fundamentalkritik“ (Patmos Verlag Ostfildern 2012) hat Hubertus Halbfas eine Streitschrift vorgelegt, die hart ins Gericht geht mit den Verantwortlichen im (religionspädagogischen) Bildungsgeschehen. Angesichts einer von ihm konstatierten Situation des Glaubensverlustes prangert Halbfas in überaus deutlichen Worten das allseitige Ver-sagen der Religionspädagogik und insbesondere den vermeintlichen Holzweg der Kompetenzorientierung an.


Zunächst ist Halbfas zuzustimmen. Die in den ersten drei Kapiteln seines Buches dargestellten epochalen Entwicklungen („Glaubensverlust – was heißt das?“, „Die Entwicklung des religiösen Bewussteins“ und „Die überfällige Neuvermessung der Glaubensvermittlung“) beschreiben die Realität sicher zutreffend. Kaum ein Religionslehrer oder eine Religionslehrerin, der oder die mit offenen Augen und Herzen den eigenen Schülerinnen und Schülern begegnet, wird das anders sehen.

 

Der vollständige Wortlaut der Replik findet sich zum Download hier.

Rezension von Markus Tomberg hier

 

Literatur

Kompetenzorientiert unterrichten. Das Praxisbuch für den Religionsunterricht. Kösel 2011

 

Rezensionen

Andreas Reinert im entwurf  2/2011, 61

Franz Wenzel auf rpp-katholisch

Reiner Jungnitsch

Manfred Bauer im Eulenfisch - Limburger Magazin für Religion und Bildung 2/2011 (PDF)

Sabine Pemsel-Maier in den IRP Impulsen 2/2011

Hans Mendl in den Katechetischen Blättern 136 (2011) Heft 6/2011, 466

Oliver Neumann auf lehrerbibliothek

 

Weitere Links

Artikel "Kompetenzorientierung" im Wissenschaftlich-Religionspädagogischen Lexikon (WiReLex) >>>

Aufgabenkultur >>>

Bildungsplan Niedersachsen >>>

Modellversuch "Selbstorganisiertes Lernen" - positive Ergebnisse >>>

Fortbildungsreihe zur Kompetenzorientierung in BaWü >>> Konzept zur Fortbildungsreihe  (PDF)

Beitrag von Hilbert Meyer auf der Didakta 2012 in Hannover (PDF)

Beitrag von Georg Gnandt 2010 (PDF)

Offener Unterricht - Einführung

Offener Unterricht - Methoden

99 Tipps Kompetenzorientiert unterrichten